08. Juni 2010
Generation Y kommt auf den Arbeitsmarkt

Vom 03. – 05. Juni 2010 organisierte NKOS gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Arbeitnehmerfragen das Seminar “Generation Y steigt in den Arbeitsmarkt ein” in Trnava, Slowakei. Teilnehmer/innen aus mehr als sechs Ländern besprachen die laufende Situation und Zukunftsperspektiven der Generation Y in ihren jeweiligen Ländern.
Hauptziele des Seminars
- Diskussion der Situation und Generation Y und die Zukunftsperspektiven in den unterschiedlichen EU Ländern;
- Analyse der Faktoren, die die Generation Y in den EU Ländern beeinflussen;
- Diskussion der Möglichkeiten für das Einbeziehen der Generation Y in den Sozialdialog auf allen Ebenen und Analyse der Kompatibilität der Beschäftigungspolitik in den unterschiedlichen EU Ländern;
- Diskussion der Verquickung von Sozialpolitik und der Situation in den unterschiedlichen Ländern, aus Sicht der Sozialpartner;
- Diskussion der Verbindungen von Generation Y mit der älteren Generation in Bezug auf den Arbeitsmarkt und Arbeitsbeziehungen.
Generation X versus Generation Y
In der wissenschaftlichen Literatur wird zwischen Generation X und Generation Y unterschieden. Generation X ist nach dem Ende des Babybooms – zwischen 1961 und 1981 geboren. Generation Y ist ab Mitte der 70er bis zu den frühen 2000er geboren. Jedoch wird das jeweilige Erstjahr dieser Generationen von den Autoren unterschiedlich festgelegt.
Einige offensichtliche Unterschiede zwischen Generation X und Y sind folgende:
- Generation X wird allgemein als individualistischer als Generation Y angesehen;
- Generation X nutzt Technologie für praktische Zwecke, wogegen Generation Y sich ein Leben ohne Technologie nicht vorstellen kann;
- Generation X hat eine skeptische Auffassung und Beziehung zur Autorität, wogegen Generation offener ist und Autorität akzeptiert. Nach einer gewissen Zeit glätten sich die Beziehungen zwischen Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in;
- Generation Y versucht einen Sinn in ihrer Arbeit zu finden - sie braucht ein Ziel;
- Generation Y betrachtet die Zeit außerhalb des Jobs als sehr wichtig.
Generation Y in der Slowakei und in Osteuropa
Angesichts des Wirtschaftswachstums in der Slowakei ist die junge Generation (Generation Y) einen gewissen Wohlfahrtsstandard gewohnt. Als Folge entsteht ein verzerrtes Bild der Wirtschaft und des Wirtschaftswachstums. Als Auswirkung davon waren ihre Anforderungen zu hoch. Da die Slowakei nunmehr einen Wirtschaftsrückgang durchlebt, ändert sich auch allmählich die Auffassung der jungen Generation. Aber Generation Y wird noch oft als zu selbstüberzeugt angesehen. Generation X betrachtet Generation Y als fade und unkundig in so genannten Hochkulturbereichen (Literatur, Poesie, klassische Musik, usw.).
Generation Y nutzt ausgiebig unterschiedliche Formen der (virtuellen) Kommunikation, wogegen Generation X meistens nicht. Auch steht Generation Y Veränderungen offener gegenüber. Die spiegelt sich in der Flexibilität des Arbeitsmarktes wider. Der Grund dafür liegt darin, dass persönliche Karriere als sehr wichtig angesehen wird. Sie will sich ständig verbessern und ist nicht leicht zufrieden zu stellen. Alles muss perfekt sein oder zumindest Perfektion anstreben.
Generation Y in Europa und in den Niederlanden
Für junge Menschen ist es immer noch schwer, einen angemessenen Job zu finden. Trotz guter Qualifizierung fehlt ihnen die Erfahrung. Dieses Phänomen ist besonders in Zeiten der Wirtschaftskrise ein Nachteil. Jobs sind Mangelware und wenn sie zur Verfügung stehen, dann suchen die Arbeitgeber/innen diejenigen Arbeitnehmer/innen mit angemessener Erfahrung aus. Zur Verhinderung eines Abfalls der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt werden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene Maßnahmen getroffen. Es ist wesentlich, dass diese jungen Arbeitsuchenden in die Gesellschaft integriert werden um sicher zu stellen, dass sie nicht als verlorene Generation enden. Wenn jemand für eine gewisse Zeit keine Arbeit hat, so hat dies langfristig zahlreiche Auswirkungen, besonders im Verband mit niedrig qualifizierten Jugendlichen.
Sowohl in den Niederlanden als auch allgemein auf europäischer Ebene besteht die Anforderung, arbeitslosen Jugendlichen Ausbildung und Weiterbildung anzubieten, so dass sie nach dem Rückgang der Krise besser qualifiziert und vorbereitet dem Arbeitsmarkt entgegen treten können.
Auch sollte die Jugend anders betrachtet werden. Das gleiche gilt für Menschen, die vor dem Pensionsalter stehen. Beide sollten sich gegenseitig stärken. Der eine hat die Erfahrung, die dem anderen fehlt, wogegen die Jugend die ältere Generation involviert und fit hält.
Wir alle brauchen uns gegenseitig. Nicht alleine in Zeiten der Krise, sondern auch, wenn die Zeiten besser werden. Solidarität zwischen den Generationen ist immer schwierig, jedoch lässt die demografische Entwicklung uns keine Wahl. Die Tatsache, dass die Menschen länger leben, wird zu einem erhöhten Druck auf die Jugend führen, da sie diejenigen sind, die die Älteren in der Zukunft unterstützen werden. Eine Zukunft kann alleine dann günstig ausfallen, wenn die unterschiedlichen Generationen zusammenarbeiten.
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