Chilenische Regierung setzt brutale Wirtschaftsmaβnahmen zum Nachteil der Journalisten um
Brüssel, 26. Januar 2011 - Im Sinne der strikten Staatspolitik des Militärregimes unter Sebastián Piñera setzt das im Süden Südamerikas gelegene Chile laufend einen brutalen Angriff auf das Recht auf Arbeit um, der sich zum Nachteil der Arbeitsbedingungen von Journalisten, Arbeitnehmer/innen in der grafischen Produktion und der der Verwaltungsbehörden auswirkt. Seit Anfang Januar 2011 wurden fast 500 Berufs- und Fachkräfte und Nebentätige der Printmedien und des Fernsehens entlassen.
Gemäβ jüngster Informationen, die der Föderation sozialer Kommunikationsarbeitnehmer/innen - FELATRACS – zukamen, wurden 101 Arbeiter von Kanal 13 entlassen und es wird erwartet, dass weitere 199 Arbeiternehmer/innen das gleiche Schicksal ereilt. Unter den Betroffenen sind die bekannten Journalisten Pablo Honorato und der ehemalige Direktor des regionalen Colegio de Periodistas de Chile (Verband der Journalisten von Chile), Alipio Vera, sowie Journalisten von Kanal 13 online und ein Kameramann der Nachrichtenabteilung.
Die Situation ist auch sehr dramatisch für die staatliche Zeitung "La Nación", wo derzeit 193 Beschäftigte entlassen wurden, darunter Journalisten, Diagrammer (diejenigen, die mit der Zeitungsseitenanordnung nach redaktionellen und grafischen Richtlinien und Ziele beauftragt sind), Fotografen und Verwaltungsangestellte. Diese Kündigungen wurden unter dem Vorwand der Umsetzung eines "Modernisierungsprozesses" ausgesprochen, wobei die Dienstleistungen der herkömmlich gedruckten Zeitung einem Informatiksystem übergeben werden.
Marcelo Castillo, Präsident des Colegio de Periodistas de Chile (Verband der Journalisten von Chile) sprach von einem düsteren Bild, insbesondere für einzelne Journalisten und allgemein für die Arbeitnehmer/innen in der Medienbranche, wobei er sich auf die Tatsache beruft, dass nicht alleine Channel 13 - jetzt Eigentum der Business-Gruppe Luksic - und die Zeitung "La Nación"- mehrheitlich chilenisches Staatseigentum – betroffen sind, sonder gleichzeitig auch andere Medien, wie "Diario Uno", wo insgesamt 500 Arbeitnehmer/innen ihren Arbeitsplatz räumen mussten.
Victor Perez, Führer der National Federation of Workers of the Social Media in Chile - FENTRAMCO und Nancy Arancibia, beide Gewerkschaftsführer in der Zeitung "La Nación", kritisierten die unsachgemäße und unsaubere Weise, wie das Unternehmen die Umstrukturierungen umsetzt und geringes Verständnis für die Arbeitnehmer/innen zeigt, die erst im letzten Moment über ihre Entlassung informiert werden.
Während auf der einen Seite Mitarbeiter von "La Nación" die Gerichte eingeschaltet haben, um die endgültige Schließung der Zeitung zu verhindern, so prangerte anderseits das Colegio de Periodistas de Chile mit Abgeordneten und Senatoren des Nationalkongresses die Tatsache an, dass die Schließung der Zeitung eine eklatante Verletzung der Meinungsfreiheit und eine Verstärkung des Informationsmonopols darstellt und die Vorteile der großen Medien-Unternehmen begünstigt und sie aus diesem Grund die Intervention des Parlaments durch einen Untersuchungsausschuss fordern.
Angesichts der Tatsache, dass Sebastián Piñera, ein auffälliges Mitglied der nationalen Partei der Renovation und Besitzer - laut Forbes-Magazin – eines Vermögens, das auf $ 2200000000 geschätzt wird und somit einer der größten und reichsten Männer im Land - öffentliche Proteste, Proteste der Mitarbeiter von "La Nación", Forderungen von zwei weiteren Mitarbeitern von Kanal 13 und Forderungen der Gewerkschaften der Journalisten und Medienschaffenden in Lateinamerika und Europa ignoriert, hat FELATRACS die Aufgabe übernommen, eine internationale Kampagne für die Gewerkschaften und Organisationen zur Verteidigung der Menschenrechte zu organisieren, wobei alle Anhänger der Wertvorstellungen und Prinzipien der Demokratie aufgefordert werden, sich der Solidaritätskampagne mit den chilenischen Arbeitnehmer/innen der Sozialmedien anzuschließen.
Lima, den 21. Januar 2011






